Zentraler Betriebshof Bochum Stahlhausen

Umfassende Gebäudesanierung eines Bestandsgebäudes

In Stahlhausen (Stadtquartier von Bochum) zentralisiert die Stadt Bochum auf einer Fläche von 16.500 m² einen Großteil ihres Technischen Betriebes. Auf einem ehemaligen Thyssen-Krupp-Gelände an der Oberen Stahlindustrie wird der neue zentrale Betriebshof der Stadt entstehen. Im Auftrag der heutigen Eigentümerin, der Reinhold Mendritzki Kaltwalzwerk GmbH & Co. KG mit Standorten in Plettenberg und Bochum Stahlhausen aus dem sauerländischen Plettenberg werden wir die vorhandenen Bestandsgebäude, bestehend aus einer ca. 215 m langen Halle (16.500m²) und einem vorgelagertem Kopfbau, umfassend sanieren.

Umbaumaßnahmen der Halle

Die vorhandenen Stahlbetondecken und Lichtbänder werden abgebrochen und durch eine neue Trapezblechkonstruktion sowie neue Lichtbänder ersetzt. Für die Aussteifung werden neue Dachverbände angeordnet. Die vorhandene Stahl-Tragekonstruktion  kann auf Grund ihres Zustandes erhalten bleiben. Die Verringerung der Traglasten durch die Demontage der vorhandenen Brückenkrane entlastet die Stahlkonstruktion zusätzlich. Der Hallenboden erhält eine neue Bodenplatte, die auch den erhöhten Anforderungen hinsichtlich der Nutzung als Schwarz/Weiß Bereich genügt. Die Hallenfassade soll erhalten bleiben und äußerlich den ursprünglichen Charakter erhalten. Hier werden nur die Fenster erneuert und zusätzliche Toranlagen errichtet.

Im Bereich der neuen Sozialräume wird neben dem Dach auch die gesamte Stahlkonstruktion  der  Halle  abgebrochen  und  ein  Neubau  innerhalb  der  vorhandenen Außenwände  errichtet.  Die  Konstruktion  dieses  2-geschossigen  Gebäudes  besteht  aus einem Trapezblechdach auf einer Stahlunterkonstruktion bzw. mit direkter Auflagerung auf den  Wänden  und  Stützen.  Die  Zwischendecke  und  die  Bodenplatte  sowie  sämtliche  tragenden Wände und Stützen werden in Stahlbeton errichtet.

Umbaumaßnahmen der Verwaltungsbauten

Die  vorhandenen  Gebäude  wurden  bisher bereits als Büroflächen genutzt. Da sich die Umbaumaßnahmen lediglich auf den Abbruch und  Neubau  von  nichttragenden  Wänden  und  dem  Austausch  der  Ausbauten  (Estrich, abgehängte  Decken  etc.)  begrenzt,  erfolgt  hier  kein  Eingriff  in  die  Statik  der  Gebäude. Sämtliche tragenden und aussteifenden Bauteile bleiben unverändert. Lediglich der Aufzug im  Mittelbau  wird  um  ein  Geschoss  verlängert,  was  jedoch  einen  geringen  Eingriff  aus statischer Sicht bedeutet. Einzelne erforderliche zusätzliche Öffnungen in tragenden Wänden werden mit Stahlbauteilen abgefangen.

Historie und Standortentwicklung 

Das  insgesamt  rund  100.000  m²  große  industrielle  Areal  ist  mit  seinen  historischen Bestandsgebäuden  der  späten  1930er  Jahre  (Bochumer  Verein)  der  letzte,  ursprünglich erhaltene  Teil  des  traditionellen  „Werk  Stahlindustrie“  und  damit  ein  Stück  Bochumer Identität. Der Bochumer Verein gehörte zu den ältesten Montanunternehmen des Ruhrgebietes und war  130  Jahre  lang  der  größte  Industriebetrieb  Bochums. Im Jahr 1965 erfolgte die komplette Übernahme des Bochumer Vereins durch den Krupp-Konzern.  Da  die  Nachfrage  an  Produkten  aus  Stahlguß  stetig  sank,  wurde  die Gußproduktion  1970  eingestellt  und  der  ausbaufähige  Produktionszweig  der  Gleis-  und Schienentechnik weiterverfolgt. Seither wurden am ehemaligen Standort über ThyssenKrupp und die GfT Gleistechnik traditionell und ausschließlich Gleise und Schienen produziert, bis der Produktionszweig im Jahr 2014 endgültig aufgelöst wurde. Das ehemalige Gelände der ThyssenKrupp  (Weichenbau)  ist  seit  1999  in  Besitz  der Bandstahl produzierenden Reinhold Mendrirtzki Kaltwalzwerk GmbH & Co. KG, einer Tochter der Mendritzki Gruppe.

Die geplante Fertigstellung des Projektes ist Frühjahr 2018.

© DRAHTLER Architekten