Geschrieben David Meyer

Zentraler Betriebshof in Bochum

Erinnerung an ehemaliges KZ-Außenlager

Auf dem Grundstück des ehemaligen „Werk Stahlindustrie“ in Bochum-Stahlhausen ist auf einer Fläche von 34.000 m² der neue zentrale Betriebshof der Stadt Bochum entstanden. Im Auftrag der heutigen Eigentümerin, der Reinhold Mendritzki Kaltwalzwerk GmbH & Co. KG hat die MBN Bau AG die vorhandenen Bestandsgebäude, bestehend aus einer ca. 215 m langen Industriehalle und einem vorgelagerten Kopfbau saniert.

An diesem Standort erinnert künftig ein Erinnerungszeichen an das ehemalige Außenlager Brüllstraße des KZ Buchenwald. Gestaltet wurde das Mahnmal vom Bochumer Künstler Marcus Kiel, der für seine Arbeit auf ein Zitat des vermutlich letzten Überlebenden des Lagers, Rolf Abrahamsohn, zurückgreift. Ausgehend von der Schilderung Rolf Abrahamsohns, der einen Bombenangriff am 4. November 1944 versteckt in einem Betonrohr überlebte, besteht das Mahnmal aus einem solchen Rohr, angebracht auf einem gemauerten Sockel. Auf dem Rohr befindet sich auch das Zitat von Rolf Abrahamsohn: „Ich habe mich retten können, weil ich in ein Zementrohr gekrochen bin, das auf dem Lagerplatz lag. Während der Luftangriffe hörte ich dann, wie Bombensplitter auf das Rohr fielen.“ Auf dem Gelände wurden in der Zeit des Nationalsozialismus Rüstungsgüter produziert. Der kriegsbedingte, zunehmende Mangel an Arbeitskräften führte dazu, dass Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie KZ-Häftlinge ebenfalls in der Rüstungsproduktion eingesetzt wurden. Mehr als 1.700 Menschen mussten hier unter schrecklichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten.

Rolf Abrahamsohn, wahrscheinlich letzter noch lebender Zeitzeuge dieser unmenschlichen Drangsalierung, war als besonderer Ehrengast auch bei der offiziellen Einweihung zugegen. Oberbürgermeister Thomas Eiskirch würdigte die Kraft Abrahamsohns, sich bis heute unermüdlich gegen das Vergessen und für ein versöhnliches Miteinander eingesetzt zu haben. Sein besonderer Dank galt dem heutigen Eigentümer der Fläche, der Firma Mendritzki. „Sie haben sich der Verantwortung gestellt, die schrecklichen Dinge, die hier passiert sind, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.