MBN realisiert Fundament für Europas einzigartiges Walzwerk
Manche Baustellen stellen besondere Anforderungen. Das Projekt im Walzwerk der GMH Gruppe in Georgsmarienhütte gehört zweifellos dazu: eingeklemmt zwischen schwerer und leichter Walzlinie, tief im Boden einer geschlossenen Industriehalle und das bei laufendem Betrieb, während wenige Meter entfernt rund 1.000 Grad heißer Stahl über die Rollgänge transportiert wurde.
MBN hat hier das Fundament für ein Projekt geschaffen, das in Europa seinesgleichen sucht: das neue Walzwerk der GMH Gruppe mit zwei Kocks-Blöcken ist eine Investition von 26 Millionen Euro, die den Standort Georgsmarienhütte nachhaltig stärkt.
Die Herausforderungen begannen buchstäblich von unten. Die Baugrube liegt im ehemaligen Flussbett der Düte. Der Grundwasserspiegel war entsprechend hoch und eine permanente Wasserhaltung unumgänglich. Abbruch- und Aushubarbeiten, Verbau, Pfahlgründung und Stahlbetonarbeiten mussten innerhalb der geschlossenen Halle und vollständig im Einklang mit dem laufenden Walzbetrieb der GMH durchgeführt werden. Jeder Arbeitsschritt, jeder Geräteeinsatz und jeder Betoniervorgang erforderte eine enge Abstimmung mit dem Betrieb.
Bereits der Einbau der rund neun Meter langen Verbauträger stellte eine erhebliche logistische Herausforderung dar. Der Einsatz des erforderlichen Geräts innerhalb der geschlossenen Halle war nur in den Stillstandszeiten der GMH möglich, unmittelbar unterhalb der laufenden Walzlinien. Da die Ausfachung des Verbaus aus Platzgründen verbleiben musste und Holz als Material ausschied, wurden die Verbauträger mit Kalksandsteinstürzen ausgefacht und zu einem späteren Zeitpunkt oben abgebrannt.
Auch die Stahlbetonarbeiten erforderten sorgfältige Planung und flexible Lösungen. Eine Betonpumpe konnte zunächst passgenau in die Halle manövriert werden; die Betonage mit der sogenannten Bombe war aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit des Hallenkrans sowie der thermischen Belastung durch den heißen Stahl nur bedingt möglich. Der für die Schalarbeiten eingesetzte 16-Tonnen-Teleskoplader belastete den Hallenkran dabei nahezu bis an seine Kapazitätsgrenze.
Ermöglicht wurde die termingerechte Fertigstellung durch die partnerschaftliche und konstruktive Zusammenarbeit mit allen Beteiligten der GMH. Gemeinsam wurden Lösungen erarbeitet, Abläufe koordiniert und auftretende Herausforderungen pragmatisch gelöst – sodass die Baustelle pünktlich zur Montage des neuen Walzwerks durch die Firma Kocks übergeben werden konnte.
Die in Europa einzigartige Anlage bietet den Kunden des Unternehmens künftig mehr Flexibilität, höhere Präzision und eine verbesserte Lieferleistung – für Branchen von der Automobilindustrie über die E-Mobilität bis hin zu Energie, Bauwesen und Maschinenbau. Das Fundament dafür hat MBN gelegt.

