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Stadt Osnabrück macht Weg frei für Dienstleistungszentrum Eversheide

Die Stadt Osnabrück hat den Bauvertrag für das Dienstleistungszentrum Eversheide unterzeichnet. Im Stadtteil Eversburg kann damit ein Neubau entstehen, der eine dreigruppige städtische Kindertagesstätte, den Regionalsozialdienst West und Räumlichkeiten für Familienbegleiterinnen unter einem Dach vereint. MBN ist Auftragnehmer. Die Kita Eversheide soll bereits zum 1. August 2027 am neuen Standort starten.

Das Gebäude folgt einem Ansatz sozialgerechter Stadtentwicklung: Im Erdgeschoss sind die drei Kita-Gruppen – eine Krippen-, eine Regel- und eine Integrationsgruppe – für 58 Kinder mit direktem Zugang zu den Außenspielflächen untergebracht. Im Obergeschoss befinden sich Büroräume für den Regionalsozialdienst West und die Familienbegleiter:innen. Die räumliche Verbindung dieser drei Angebote ist bewusst gewählt: Wenn Erzieher:innen, Sozialarbeiter:innen und Familienbegleiter:innen täglich Tür an Tür arbeiten, lassen sich Bedarfe bei Familien früh erkennen und passgenaue Unterstützung schnell anbieten – semiprofessionell dort, wo es reicht, professionell, wo es nötig ist. Ein ähnliches Modell hat sich am Standort Heiligenweg im Stadtteil Schinkel bereits bewährt.

„Wenn wir auf dem konventionellen Weg gebaut hätten, wären wir frühestens 2031 fertig geworden. Das konnten wir den Familien in Osnabrück nicht zumuten“, sagte Erster Stadtrat Wolfgang Beckermann bei der Vertragsunterzeichnung. „Mit dem Totalunternehmerverfahren haben wir zum ersten Mal einen anderen Weg gewählt: Planung und Bau liegen in einer Hand, die Verantwortung auch. Mit der MBN GmbH haben wir dafür einen Partner gefunden, der weiß, wie man Kitas baut.“

Beim Totalunternehmerverfahren werden Planung und schlüsselfertige Errichtung an einen einzigen Auftragnehmer vergeben – anstelle der üblichen losweisen Vergabe an eine Vielzahl von Einzelunternehmen. Eine vorausgehende Wirtschaftlichkeitsuntersuchung für das Projekt hatte ergeben, dass dieses Modell rund 16,85 Prozent günstiger ist als die konventionelle Alternative, bei gleichzeitig deutlich kürzerer Realisierungsdauer.

Das europaweite Vergabeverfahren wurde durch eine fachbereichsübergreifende Projektgruppe aus dem Fachbereich für Kinder, Jugendliche und Familien sowie dem Fachbereich Finanzen und Controlling gesteuert. Die funktionale Leistungsbeschreibung – das zentrale Dokument, das die Anforderungen an den Neubau verbindlich definiert – erstellte das Büro Diederichs Projektmanagement aus Dortmund. Die vergaberechtliche Begleitung übernahm die Kanzlei Kapellmann + Partner. Von sieben Bewerbern im Teilnahmewettbewerb gaben am Ende zwei Bieter finale Angebote ab. Den Zuschlag erhielt MBN.

„Die Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Kinder, Jugendliche und Familien ist sehr professionell angelaufen – geräuschlos und auf Augenhöhe“, sagte Carsten Völkerding, Niederlassungsleiter der MBN-Niederlassung GMHütte II. Er zeigte sich zuversichtlich, das neue Dienstleistungszentrum im Juli 2027 pünktlich zum Start des neuen Kindergartenjahrs fertigzustellen. MBN hat bereits mehr als 50 Kindertagesstätten gebaut und in Osnabrück unter anderem das Vereinsgebäude des TuS Haste, die Sporthallen in Nahne und an der Rosenplatz-Schule sowie die Erweiterung der OsnabrückHalle realisiert.

Die Planungen für das Dienstleistungszentrum reichen bis ins Frühjahr 2024 zurück, als der Rat der Stadt Osnabrück den Grundsatzbeschluss für einen Neubau der Kita Eversheide (vormals Kita Kleine Landwehr) fasste. Im April 2025 folgte der Ratsbeschluss zur Totalunternehmervergabe, im März 2026 die Entscheidung über die konkrete Auftragsvergabe an MBN. Bis zur Fertigstellung des Neubaus sichert eine Übergangslösung auf dem benachbarten Grundstück den Kitabetrieb.